Geschichte

Die Vorgeschichte und Ereignisse in der Zeit der Hallenerbauung!

In den Jahren vor 1974 war Bengen noch eine eigenständige Gemeinde. Somit konnten der Verkauf der Bengener Heide und Bauprojekte fürs Dorf eigenständig beschlossen werden.

Die Schlagzeilen in Bengen aus dieser Zeit: BENGEN wird modern!

1. Der Verkauf der Bengener Heide
1971 wurde die Bengener Heide, Gemeindeland, die eine Größe von ca. 4ha hat für 105.000,00 DM an die Stadt Bad Neuenahr verkauft. 

2. Bau des Sportplatzes
1972 wurde für rund 72.000,00 DM ein Sportplatz für die
Sportfreunde Bengen e.V. erbaut, mit Drainage und einem Lava-Unterbau.

3. Bau des Feuerwehrgerätehauses
Ebenfalls im Jahr 1972 wurden auf dem Schulhof die Stallungen abgerissen und an deren Stelle ein Feuerwehrgerätehaus errichtet. Der Kostenpunkt zu diesem Zeitpunkt belief sich auf 21.000,00 DM. Das heutige Feuerwehrgerätehaus wurde in den Jahren 2007-2010 umfangreich erweitert und saniert.

4. Der Bau der Mehrzweckhalle
Für eine Summe von 89.000,00 DM wurde die heutige Mehrzweckhalle in "Eigenregie" der Bengener Bürger errichtet. Baubeginn war im Mai '72. Im September 1972 konnte die Hauptkirmes in der noch nicht ganz fertiggestellten Halle gefeiert werden. Getanzt wurde seinerzeit noch auf Schaltafeln.

Auszüge aus dem Tagebuch der Mehrzweckhalle:

14.10.1972
Konstituiernde Sitzung der ortsansässigen Vereine. In dieser Sitzung wurde beschlossen einen neuen Verein zu gründen, der für die Unterhaltung und Ausstattung der Halle Sorge trägt. Dieses Gremium gab sich den Namen "Hallengemeinschaft Bengen". Von den Vereinen sind je zwei Vorstandsmitglieder Mitglieder der Hallengemeinschaft. Dadurch werden alle Vereine über ihr Vorstandsmitglieder informiert und vertreten. Die Mitglieder vom
Sportverein, der Freiwilligen Feuerwehr, den Junggesellen, des Quartettvereins, den Bengener Möhnen und des Tamborcorps "Heimtklänge" Bengen nahmen an dieser Sitzung teil. Außerdem sind der Ortsvorsteher (damals Jakob Rieck) und der 1. Geschäftsführer (Heinrich Möhren) Mitglieder der Hallengemeinschaft. Ferner wurde auf dieser Sitzung beschlossen, das Abgaben für die Nutzung der Halle erhoben werden sollen, um die Unterhaltung und die Instandhaltung dieser zu gewährleisten.

25.10.1972
Es wurde beschlossen, eine Kücheneinrichtung für damals 1.800,00 DM anzuschaffen.

25.01.1973
Für den Wirtschaftsraum wurde eine Ausschanktheke für 2.200,00 DM angeschafft. Den Kaufpreis teilten sich die Vereine/Mitglieder der Hallengemeinschaft gleichermaßen. Auch wurde eine Abgabenregelung beschlossen. Im Keller der Halle wurden verschließbare Boxen eingebaut, die die Vereine nutzen können. Seit Anfang 1973 war Hans-Günter Kriechel Vorsitzender der Hallengemeinschaft.

08.06.1973
Alle Wände im Wirtschaftsraum wurden zur Hälfte mit Holz verkleidet und die Decke mit Styropor-Stuck-Platten versehen.

08.08.1973
Anbringen von Gardinenleisten und tapezieren des Wirtschaftsraumes wurde auf weiteren Sitzung festgelegt. Ein Vertrag zwischen der Gemeinde Grafschaft und der Hallengemeinschaft wurde in mühevoller Kleinstarbeit ausgearbeitet, welcher erst Anfang '74 in Kraft treten sollte.

13.10.1973
Die Raiffeisenkasse "Untere Grafschaft", heute
Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG, hielkt ihre Generalversammlung in der Halle ab, wobei die Hallengemeinschaft die Bewirtung übernahm. Die Einnahmen aus dieser Veranstaltung kam der Halle zu Gute.

08.01.1974
Historisches Datum für die Hallengemeinschaft: Der Nutzungsvertrag zwischen der Gemeinde Grafschaft und der Hallengemeinschaft wurde unterzeichnet. Dieser Vertrag behielt seine Gültigkeit bis zum Frühjahr 2011.
Weiter wurde in einer weiteren Sitzung beschlossen, Inventar einer Gastwirtschaft aus Ahrweiler abzukaufen.

05.03.1974
Die Einweihung der Mehrzweckhalle und des Sportplatzes stand kurz bevor und es wurde mit vereinten Kräften ein großes Fest auf die Beine gestellt.

Im Zeitungsbericht vom 11.03.1974 wurde geschrieben:

BENGENER GABEN BEISPIEL FÜR BÜRGERSINN
Mehrzweckhalle und Sportplatz wurden in Eigenleistung erbaut und eingeweiht

BENGEN. Ein stolzer Tag, an dem sie alle anderen Orten im Kreis Ahrweiler empfohlen wurde, erlebte die Bengener Dorfgemeinschaft am 09. März. Seit Samstag sind die Mehrzweckhalle und der Sportplatz, die von den Bengener Bürgern in Eigeleistung erbaut worden war, offiziell eingeweiht. Eine Reihe von Ehrengästen kam gern in den rund 420 Einwohner zählenden Ort und würdigte die Arbeit und das Durchhaltevermögen der Dorfgemeinschaft.
In der Mehrzweckhalle, um die die Bengener beneidet werden dürfen, wurde die Einweihungsfeier musikalisch eingeleitet. Der Männergesangverein stellte sich im Halbrund auf und trug unter der Leitung von Heinrich Möhren den rheinland-pfälzischen Sängergruß "Das ist der Tag des Herren! vor. Seinen dritten Beitrag war eine eigens für Bengen verfasste Komposition von Walter Ebel mit dem Text von Paul Rieck "Auf dem Lande in der Sonne ist es schön und wunderbar... da ist mein Heimatort - im schönen Bengener Tal."
Bürgermeister Hans-Günter Kriechel begrüßte die rege Dorfgemeinschaft und zahlreiche auswärtige Gäste und erinnerte daran, dass die Bengener erst am 05.07.1972 die Baugenehmigung für die Mehrzweckhalle erhalten hatten, die zwar immer noch nicht - so heißt es - bis auf das letzte i-Tüpfelchen fertiggestellt sei, aber schon seit einiger Zeit ihrer Bestimmung dienen kann.
Kriechel konnte eine beachtenswerte und beispielgebende Rechnung aufmachen. Die Mehrzweckhalle kostete, gebaut unter der Leitung von Ratsmitglied Helmut Hommes, bis zum heutigen Tage die sicher unglaublich niedrige Summe von 89.000,00 DM, für den hinter der Halle liegenden Sportplatz mußten nur 72.000,00 DM - jeweils nur Materialkosten - ausgegeben werden. Fast nebenbei erwähnte der Bürgermeister, das in Bengen seit 1972 für nur 21.000,00 DM auch noch ein Feuerwehrgerätehaus gebaut worden war, das inzwischen längst eingeweiht ist.
Der Dank von Bürgermeister Kriechel galt den vielen, vielen Helfern, die abende- und tagelang gearbeitet hatten und von denen vier- bis fünfwöchiger Urlaub geopfter worden war, um Mehrzweckhalle und Sportplatz zu bauen und um durch unentgeltliche Arbeit der Gemeinde - und damit letzlich jedem Einwohner - zu ermöglichen, eine Menge Geld zu sparen. Der Bürgermeister bat darum, Einigkeit, Eigeninitiative und Fleiß zu bewahren und in die neue Gemeinde Grafschaft einzubringen.
Pfarrer Paul Solbach weihte die Mehrzweckhalle und den Sportplatz und wünschte Gottes Segen, damit Gebäude und Platz den Zwecken dienen können, zu denen sie geplant und ausgeführt wurden. Beide Einrichtungen sollten Stätten der echten Freude, der Erholung sowie der geistigen und körperlichen ERtüchtigung für jeden auf seine Weise werden.

08.04.1976
Es wurde beschlossen, Fliesen für die Küche und Toiletten-Räume zu beschaffen und anzubringen. Der Kellerraum wurde verputzt und der Boden mit Estrich versehen.

08.03.1977
Es wurden Küchenmöbel im Wert von ca. 1.500,00 EM angeschafft. Diese Kosten wurden, wie die Theke, unter den Vereinen/Mitlgiedern der Hallengemeinschaft gleichermaßen aufgeteilt.

04.12.1978
In Zusammenarbeit mit dem damaligen Bürgmeisters Lothar Schmitt wurde ein Nutzungsplan für die Mehrzweckhalle aufgestellt. Auch wurde die Kostenverteilung zwischen der Gemeinde Grafschaft und der Hallengemeinschaft besprochen. Erste Renovierungsarbeiten in der Halle standen an.

19.03.1979
Das Wandgemälde im Wirtschaftsraum wurde von Johannes Keller aus Green gemalt, welches eine Totalansicht von Bengen darstellt. Als "halber Bengener" erhielt er keinen Arbeitslohn.

Im Mai 1980
... wurde die Partnerschaft zwischen der Commune Fauville-en-Caux, die in der Normandie/Frankreich liegt, und der Gemeinde Grafschaft geschlossen. Die Festlichkeit fand in der Mehrzweckhalle statt.

10.02.1982
Zum 10-jährigen Bestehen wurde die Halle gründlich renoviert. Die Außenwand am Steilhang wurde ausgeschachtet und isoliert, Der Notausgang verptutzt und die Halle von innen neu gestrichen. Die Decke über der Theke wurde abgehängt und mit Holzschindeln versehen. Die Jubiläumsfeier am 17.07.1982 konnte kommen. Es wurde ein gelungenes Fest.

21.11.1983
Die Hallengemeinschaft gab sich eine Satzung und wurde nach Prüfung als "e.V." (eingetragner Verein) beim Amtsgericht Andernach, heute Koblenz, eingetragen.

18.09.1984
Erste Kirmesdisco in der Mehrzweckhalle. Ausrichtender Verein damals waren die
Junggesellen.

26.02.1986
Paul Nolden wurde zum neuen Vorsitzenden der Hallengemeinschaft gewählt. Eine Neuwahl war nötig geworden, da Hans-Günter Kriechel am 01.11.1985 plötzlich verstarb.

14.-21.05.1989
700-Jahr-Feier der selbsständigen Kirchengemeinde St. Lambertus Bengen in der Mehrzweckhalle Bengen.

05.09.1990
Es wurde ein Darlehensvertrag mit der Königsbacher Brauerei (Niederlassung Bad Neuenahr) geschlossen, was die Hallengemeinschaft zur Abnahme von Bier über 10 Jahre verpflichtet.

08.02.1991
Eine neue Thekenanlagen wurde zu einem Preis von 2.200,00 DM angeschafft. Die Küche wurde erweiteret, da die Duschen durch den Bau den Jugendnheims in die Umkleidekabinen des Sportvereins verlegt wurden. Auch wurden die alten Küchenmöbel durch Neue ersetzt.

12.09.1992
20-jähriges Jubiläum. Übernahme des bestehenden Darlehensvertrages durch die Firma Getränke Visang GmbH aus Karweiler.

13.04.1993
Erneuerung der Heizungsanlage für 26.000,00 DM und Abriss des Kamins.

16.03.1994
Erstmals nahmen 2 Vertreter der Dorfmusikanten Bengen an einer Sitzung der Hallengemeinschaft teil.

25.04.1994
Renovierung der Decke im Wirtschaftraum, Einbau eines geräumigen Wandschrankes durch den Bengener Schreiner Heinrich Rosinsky.

02.11.1994
Karl-Heinz Manhillen sen. wurde zum neuen Ortsvorsteher von Bengen und zum 1. Vorsitzenden der Hallengemeinschaft gewählt.

11.03.1996
Deckenerneuerung im Saal der Mehrzweckhalle.

14.05.1997
Vorgespräche zum 25-jährigen Bestehen der Hallengemeinschaft und der Mehrzweckhalle wurden aufgenommen.

 

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Würdigungen, die zum Bau der Mehrzweckhalle maßgeblich beigetragen haben:

Dem Initiator und Organisator:
Hans-Günter Kriechel in seiner Funktion als damaliger Bürgermeister der Gemeinde Bengen und später Ortsvorsteher (1973 - 1985), trieb er das Projekt Mehrzweckhalle unerschrocken vorwärts. Auch für viele andere Projekte in Bengen legte er sich so richtig ins Zeug - für sein Dorf. So wurden weiter unter seiner Regie der neue Friedhof, das Buswartehäuschen am Dorfplatz und vieles mehr verwircklicht.

Dem Baumeister:
Helmut Hommes - er trug mit seinen Berfulichen Erfahrungen zu Gestaltung der Halle wesentlich bei. Für Entscheidungen, die er am Bau traf, übernahm er die Verantwortung für Stabilität und Funktionalität des Gebäudes.

Den Erbauern:
Ob Maurer, Schlosser, Dachdecker, Zimmermann oder Schreibtischtäter und Schüler. Die Männer von Bengen arbeiteten Hand in Hand über alle Berufsgrenzen hinweg. Sie opferten nicht nur ein paar Stunden nach Feierabend, nicht nur ein paar Samstage - nein, SIE opferten ihren vier- bis fünfwöchigen Urlaub für den Erbau der heutigen Mehrzweckhalle.

Dem Verwalter:
Heinrich Möhren - wurden bisher die Pioniere geehrte, zu denen natürlich auch er gehört, so ist das verwalten der Halle eine ganz andere Sache. Der größte Unterschied ist die Dauer. Er übte sein Amt über 25 Jahre ehrenamtlich aus. Er war Geschäftsführer - Hausmeister - Vermieter - Instandhalter - Kassierer und vieles mehr in einer Person.

Zu jeder Würdigung soll sich ein Zusatz anschließen:
"... und deren verständnisvollen Frauen." Welche dafür gesorgt haben, dass die verbrauchten Kräfte wieder aufgeladen wurden und haben auf Ihre Männer verzichtet.

All denen gilt unseren besonderen Dank!

Ein weiteres Dankeschön gilt bis heute allen Vereinsmitgliedern - ehemaligen Mitgliedern - Freunden - Bekannten und den Familien, durch deren Hilfe und Arbeit die Erhaltung der Mehrzweckhalle ermöglicht wird.

DANKE!!!